Grüne Fraktion wirbt für sichere Bildung in der Krise

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Nach dem gestrigen Nicht-Beschluss der MPK stellt sich die Frage, wie es angesichts der anhaltenden Pandemie auch und gerade in Punkto Bildung weitergeht. Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, grüne Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag und kinder-, jugend- und bildungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion: „Kinder haben Rechte - auch in Pandemiezeiten. Das Versprechen von Chancengleichheit wird durch unzureichende Bildungsangebote massiv in Frage gestellt - mit drastischen Folgen. Kinder leiden unter fehlenden sozialen Kontakten - hinzu kommt die sich verschärfende soziale Ungerechtigkeit. Deshalb ist es richtig, dass alles daran gesetzt wird, den Zugang zu frühkindlicher Bildung, zu gutem Unterricht und zu Schule zu sichern. Allerdings brauchen die Kindergärten und Schulen dafür konkrete Unterstützung. Lüften und Wolldecken allein reichen nicht aus, um sicher durch die Krise zu kommen. Es braucht endlich flexible und pandemiegerechte Lösungen. Für uns Bündnisgrüne haben jetzt vier Dinge Priorität: eine breit angelegte Digitaloffensive, ein sicherer Schulweg, unterstützende Assistenzkräfte in den Einrichtungen und Luftfilter in Schulklassen und Kindergärten.“

Fakt ist: Je sicherer das Lernen gestaltet werden kann, desto länger können Kindergärten und Schulen geöffnet bleiben. Und je jünger die Kinder sind, umso wichtiger ist das Präsenzlernen. Deshalb braucht es jetzt ein Sofortprogramm des Bundes zur Beschaffung von mobilen Luftfiltern und breit angelegte Tests, um deren Wirksamkeit zu evaluieren.

„Sicherheit fängt jedoch schon beim Schulweg an. Auch der Schülerverkehr muss so organisiert werden, dass Kontakte verringert werden können“, gibt die Grünenpolitikerin zu bedenken. Viele Reiseunternehmen haben derzeit keine Aufträge. Sie könnten zur Unterstützung bei der Schülerbeförderung hinzugezogen werden. „Ebenso könnten gestaffelte Anfangszeiten in der Schule für Entlastung sorgen“, betont Rothe-Beinlich weiter und ergänzt: „Zudem braucht es dringend Konzepte für das Lernen in der Quarantäne. Quarantäneunterricht muss didaktisch und technisch vorbereitet sein. Hier braucht es unbedingt eine länderübergreifende Herangehensweise.“

Dass so wenige Schulen sicher am Breitbandnetz angeschlossen sind und über WLAN in den Klassenzimmern verfügen, ist für die Bildungspolitikerin absolut unbefriedigend. „Nur mit einem vernünftigen Internetanschluss ist digitaler Unterricht tatsächlich möglich. Es muss endlich sichergestellt werden, dass alle Kinder im Falle einer Quarantäne über digitale Endgeräte und funktionierende Lernplattformen zuhause lernen können. Gerade Familien, die sich dies nicht selbstverständlich leisten können, brauchen hier unbürokratisch und schnell Unterstützung. Dafür sind jetzt Umwidmungen aus dem Digitalpakt nötig“, ist Rothe-Beinlich abschließend überzeugt.

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