Agroforst

Heute wird Thüringen einen Antrag zur Förderung von Agro-Forstsystemen in den Bundesrat einbringen. Im Wesentlichen geht es darum, dass auf Ackerflächen auch mehrjährige verholzende Gewächse angebaut werden können, ohne dass die Flächen ihren Status als Ackerland verlieren. Hierzu sollen Gehölze auf landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft auch Teil der förderbaren Agrarflächen werden. Damit wäre dann auch der Schattenbaum einer Viehweide endlich förderfähig.

Babett Pfefferlein, Sprecherin für Landwirtschaft und Forst in der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, freut sich darüber, dass diese Initiative der Landtagsfraktion so zügig aufgegriffen wurde: Die Abgeordnete hatte dazu im September letzten Jahres zusammen mit den Koalitionspartner*innen ein Fachgespräch durchgeführt: „Agroforst ist ein Konzept mit Zukunft! Durch das Säen und Pflanzen von Bäumen auf Ackerflächen und Wiesen lässt sich nicht nur der Gesamtertrag steigern – auch wichtige Habitate entstehen und Kohlenstoff wird langfristig im Holz und im Boden gespeichert.“

„Agroforst ist eine wichtige Möglichkeit, um die Klimakrise zu bekämpfen und zugleich die Fruchtbarkeit der Böden zu steigern. Er ermöglicht die Diversifizierung der Ertragsstruktur, Nitratbindung und Humusaufbau. Agroforstkulturen sind zudem artenreicher, schaffen Ruhezonen und können den Bedarf für Pflanzenschutz senken. Sie können so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Natur und Umwelt in strukturarmen Ackerbauregionen leisten, halten Wasser im Boden und schützen ihn vor Erosion. Darüber hinaus kann das Holz als klimaneutraler Baustoff oder Energieholz genutzt werden“, so die Abgeordnete weiter.

Handlungsbedarf besteht vor allem bei den rechtlichen Rahmenbedingungen. So muss Agroforst klar definiert und in die Förderrichtlinien der Länder, des Bundes und der Europäischen Union aufgenommen werden.

„Auch die Bundespolitik muss klar Stellung für Agroforstkulturen beziehen. Deshalb setzt sich unsere Landesregierung dafür ein, dass Agroforst-Systeme in den neuen Richtlinien für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) konkret als förderwürdig ausgewiesen werden. Denn nur dann können die Landwirt*innen, die Interesse an dieser nachhaltigen Wirtschaftsform haben, verlässlich planen“, erklärt Pfefferlein abschließend.