Synagoge Halle

Morgen, am 9. Oktober, jährt sich zum zweiten Mal der antisemitische Anschlag auf die Synagoge in Halle, bei dem zwei Menschen tragisch ihr Leben verloren. Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionsvorsitzende der Thüringer Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt dazu:

„In den letzten Monaten mussten wir eine deutliche Zunahme rassistischer, antisemitischer und verschwörungsideologischer Denkweisen konstatieren. Vor allem im Zusammenhang mit den Corona-Protesten wurden zunehmend auch den Holocaust relativierende Symboliken benutzt. Antisemitische Beschimpfungen und Angriffe auf Jüd*innen wie kürzlich in Hamburg oder Anfeindungen wie in Leipzig, sind für viele Jüd*innen in Deutschland bittere Realität. Der Anschlag von Halle hat uns vor zwei Jahren erneut schmerzlich bewusstgemacht, wie schnell antisemitische und rassistische Hetze in furchtbare Gewalttaten umschlagen kann. All dies sollte uns als Gesellschaft zu denken geben. Ein ernst gemeintes „Nie wieder“ bedeutet auch, dass wir uns jedem rassistischen, antisemitischen, menschenfeindlichen Gedankengut mit aller Entschiedenheit entgegenstellen – egal ob in öffentlichen Diskussionen oder im Parlament. Jüdinnen und Juden haben das Recht auf ein sicheres Leben und es liegt an uns allen, für sie ein sicheres Umfeld zu schaffen.“

Madeleine Henfling, innenpolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion ergänzt: „Neben Antisemitismus war für den Täter von Halle auch Antifeminismus ein entscheidendes Motiv für seine Tat. Bislang ist noch zu wenig beleuchtet worden, dass der Hass auf Frauen ein verbindendes Element in der Gedankenwelt von rechtsextremistischen Attentätern, aber eben auch von rechtsextremen Parteien wie der AfD ist. Wir benötigen dringend einen gesamtgesellschaftlichen Dialog über die Gefahren, die mit dieser Entwicklung verbunden sind.“

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