Bericht Bündnisgrüner Jahresempfang am 01. September 2022

Titelbild Jahresempfang

Bericht Bündnisgrüner Jahresempfang am 01. September 2022

Am 1. September haben wir als Fraktion nach mehr als zwei Jahren Pause wieder zu einem Jahresempfang in den Thüringer Landtag einladen können.

Angesichts der multiplen Krisen, die uns als Gesellschaft gerade vor massive Herausforderungen stellen, lag es für uns auf der Hand, Klimaschutz als Schwerpunktthema unseres diesjährigen Jahresempfangs auf die Agenda zu setzen. Von Jahr zu Jahr wird immer klarer, dass der Schutz des Klimas nicht nur unmittelbar mit dem Erhalt der Natur, sondern auch mit dem der Menschheit verbunden ist. Die Klimakrise, zunehmende Extremwetterereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen, Hitzewellen und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, aber auch die Energiekrise aufgrund des russischen Angriffskrieges sowie der bislang schleppende Ausbau der erneuerbaren Energien - all das schafft soziale Ängste und Nöte, für die wir Lösungen finden müssen.

Um 17 Uhr öffneten sich die Türen des Landtages. Mit über 400 Gäst*innen durften wir nach zwei Jahren Pause wieder richtig durchstarten.

„Wir freuen uns, endlich wieder zahlreiche Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten oder die für uns wichtige Ansprechpartner*innen sind, zu unserem Jahresempfang im Thüringer Landtag begrüßen zu dürfen“, begrüßte unsere Fraktionsvorsitzende Astrid Rothe-Beinlich alle Anwesenden zu Beginn des Abends im Plenarsaal des Landtags. Sie betonte in ihrer Rede, dass durch den Krieg in der Ukraine deutlich wurde, wie sehr die Energiepolitik in Deutschland, aber auch Europa bis dato verfehlt wurde. Sie wies auf den wissenschaftlichen Konsens im Hinblick auf den menschengemachten Klimawandel hin und lud alle Anwesenden dazu ein, sich aktiv mit dem Ausbau erneuerbarer Energien zu befassen. Anschließend stellte sie die zwei Redner*innen des Abends vor:

Prof. Dr. Cornelia Betsch, Psychologin und Inhaberin der DFG Heisenberg-Professur Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt, führte im letzten Jahr die Studie „Planetary Health Action Acceptance Study Erfurt“ (PHA²SE) durch, bei der die Einstellung der deutschen Bevölkerung zum Klimaschutz untersucht wurde. In ihrem Input stellte sie einige Ergebnisse dieser Studie vor und thematisierte vordergründig die Gesundheitsrisiken, welche mit einer steigenden Umweltverschmutzung und der immer gravierender werdenden Klimakrise einhergehen. Sie betonte, dass eine Handlungsbereitschaft jetzt wichtiger sei denn je, denn neben den allseits bekannten Faktoren des Klimawandels wie Waldbränden und Dürren, werden Gesundheitsprobleme in der Bevölkerung drastisch zunehmen. „Klimaschutz und Gesundheitsschutz müssen zusammengedacht werden“, resümierte sie. Nur so kann ihrer Meinung nach ein sozialer Konsens geschaffen werden, um das Verhalten anzupassen und eine stärkere Akzeptanz für politische Maßnahmen zu generieren.

Michael Bloss, Europaabgeordneter der Grüne/EFA im Europäischen Parlament und Klimaaktivist, sprach in seinem Input über seine Arbeit im Europaparlament, wo er unter anderem vehement gegen die Taxonomie-Entscheidung gekämpft hatte, Erdgas und Atomkraft als nachhaltig zu labeln. Er stellte heraus, dass die Klimakrise jetzt da und für alle spürbar sei – nicht mehr nur in anderen Teilen der Welt, sondern in Europa, in Deutschland. Er bekräftigte, dass durch die steigenden Energiepreise eine sehr große Herausforderung auf Europa zusteuere, die es zu bewältigen gilt. Hier sei es besonders wichtig, keine kurzfristigen Lösungsansätze durchzuwinken, sondern auf eine langfristige Verbesserung und Zusammenarbeit zu setzen. Als Beispiel nannte er den Tankrabatt, der seiner Meinung nach das genaue Gegenteil von ökologisch und nachhaltig sei. Nicht nur eine parteiübergreifende, sondern eine staatenübergreifende Planung sei hier unabdingbar. „Ich will, dass wir in einem starken, friedlichen und energieautarken Europa leben. Das möchte ich für meine Tochter – die Generationen die nach uns kommen. Ein lebenswertes Europa, dafür setze ich mich im Europaparlament ein“, betonte er am Ende seiner Rede.

Nach diesen anregenden Inputs wurde bei Livemusik vom Annika Bosch Trio und der DJ Courtney Lost, bei gutem Essen und einer entspannten Atmosphäre der Abend begangen, diskutiert, sich ausgetauscht und auch getanzt. Wir danken allen, die beim Auf- und Abbau sowie an der Durchführung beteiligt waren. Wir bedanken uns herzlichst bei Prof. Dr. Cornelia Betsch und Michael Bloss für die inspirierenden Vorträge, bei CSS für das gute Essen, bei unseren Musiker*innen für das musikalische Rahmenprogramm, bei Tom für Technik und grünes Flair im Landtagsinnenhof – und natürlich gilt ein großer Dank unseren Gäst*innen!

Spannende Gespräche, ein gefüllter Plenarsaal und eine ausgelassene Stimmung bis in die Nacht hinein ließen unseren Jahresempfang zu etwas ganz Besonderem werden. Besser hätten wir uns das nach zwei Jahren Pause nicht vorstellen können. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und hoffen, euch wieder so zahlreich bei uns begrüßen zu dürfen!

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