Bildung Corona

 Heute haben die Fraktionen von LINKE, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen gemeinsamen Antrag zu bildungspolitischen Schlussfolgerungen ausgehend von den Erfahrungen der Corona-Pandemie vorgelegt. Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

 „Unser Antrag macht deutlich, dass wir die großen Anstrengungen aller Beteiligten zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Bildungswesens in der Pandemie als eine besondere Leistung anerkennen. Mit Blick nach vorn gilt es nun jedoch, aus den Erfahrungen der vergangenen 14 Pandemie-Monate die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Uns geht es vor allem darum, dass wir den Infektionsschutz kontinuierlich verbessern, damit Kindergärten und Schulen wirklich sichere Orte werden. Wir werben angesichts fehlender Impfmöglichkeiten für Kinder für umfassende Impfungen insbesondere in den Familien, verpflichtende Testungen und dafür, dass möglichst viele Schulträger die Landesmittel für Luftfilter und das im Juni vom Bund geöffnete Förderprogramm für mobile Luftfilteranlagen ausgiebig nutzen. An Geld mangelt es jedenfalls derzeit nicht.“

Mit Blick auf die schulischen Perspektiven weist die grüne Bildungspolitikerin darauf hin, dass es in den kommenden Monaten vorrangig darum geht, die individuelle Förderung an den Schulen und im außerschulischen Bereich deutlich zu intensivieren. „Wir stellen große Unterschiede in den Lernständen fest, die zwar auch vorher bereits bestanden, durch die Pandemie jedoch nochmals verstärkt wurden. Einige Schüler*innen kamen sehr gut mit dem häuslichen Lernen klar, andere wiederum waren klar benachteiligt, so zum Beispiel Schüler*innen nichtdeutscher Herkunftssprache oder Schüler*innen, die einfach mehr individuelle Lernunterstützung brauchen. Die große Aufgabe lautet nun, genau diese mehr zu unterstützen und eben nicht zusätzlichen Leistungs- und Notendruck auszuüben. Stattdessen braucht es jetzt attraktive Lernangebote und die Rahmenbedingungen dafür, um den Lehrer*innen das volle Instrumentarium pädagogischer Förderung zu ermöglichen“, fordert Rothe-Beinlich.

„Es muss gelingen, ein wirklich krisenfestes Bildungssystem zu gestalten – und das ist nur gemeinsam mit allen Beteiligten auf Landes- und kommunaler Ebene auf Augenhöhe möglich. Neben zusätzlicher Förderung sowie mehr Möglichkeiten auch zur Freizeiterholung müssen wir wieder in echte Schulentwicklungsprogramme investieren. Der Fokus muss dabei auf dem Ausgleich herkunftsbedingter Nachteile liegen. Dabei sind Ganztagsangebote und auch Schulsozialarbeit für uns ganz entscheidend. Deswegen machen wir uns besonders für den Ausbau von Grundschulen zu Ganztagsschulen stark und dafür, dass an jeder Thüringer Schule Angebote der Schulsozialarbeit vorhanden sind“, so Rothe-Beinlich abschließend.

Schlagworte

Kontakt