Grüne Fraktion strebt Fortführung von Sprach-Kitas und Vielfalt-Kitas ab 2023 an

In Kitas braucht es dringend mehr Personal, um eine individuellere Betreuung sicherzustellen.

Die Bundesregierung plant, aus der Finanzierung des bislang sehr erfolgreichen Bundesprogramms für frühkindliche Bildung „Sprach-Kita: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ Ende 2022 auszusteigen. Künftig sollen die Länder dieses in Eigenregie umsetzen und dazu insbesondere die 2 Mrd. Euro aus dem neuen Kitaqualitätsgesetz des Bundes einsetzen. Auch das in Thüringen aus den Mitteln des Gute-Kita-Gesetzes aufgelegte Modellprojekt „Vielfalt vor Ort erleben“ läuft nach bisherigen Plänen der Landesregierung Mitte 2023 aus. Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Wir dürfen die in Thüringen mühsam aufgebauten Strukturen der Sprach-Kitas und der Vielfalt-Kitas nicht wegbrechen lassen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, in den Haushaltsverhandlungen eine Weiterfinanzierung der 282 Sprach-Kitas und auch der 81 Vielfalt-Kitas langfristig über 2022 hinaus durch Landesmittel zu erreichen. Allein über die Sprach-Kitas werden derzeit 151 Vollzeitstellen finanziert. Die Sprach-Kitas muss allerdings der Bund mindestens bis zur Jahresmitte 2023 weiterfinanzieren, damit Thüringen vorbereitet einsteigen kann. Die alltagsintegrierte Sprachbildung wird schließlich überall immer wichtiger, das zeigen uns auch die Ergebnisse der Kompetenztests in den Grundschulen.“

„Unser Ziel ist es, die Strukturen beider Programme zu erhalten und durch ein zusammengeführtes Landesprogramm fortzuführen. Sofern der Bund bis Jahresmitte die Sprach-Kitas stützt, rechnen wir mit etwa 8 Mio. Euro Kosten für 2023. Ab 2024 werden sich die Kosten etwa auf etwa 16 Mio. Euro verdoppeln“, erläutert Rothe-Beinlich weiter.

„Klar ist, dass wir sämtliche Bemühungen auf Bundesratsebene unterstützen, eine Fortführung der Sprach-Kitas zu erreichen. Allerdings müssen wir als Land selbst Vorsorge dafür treffen, dass diese Strukturen nicht wegbrechen. Angesichts von Fachkräftemangel, Pandemie und vielen geflüchteten Kindern in den Einrichtungen, werden wir uns in den Haushaltsverhandlungen jedenfalls dafür einsetzen und sind zuversichtlich, gemeinsam mit unseren Koalitionspartnern und hoffentlich auch der CDU dafür eine Mehrheit im Landtag zu finden“, betont Rothe-Beinlich abschließend.

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