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Den Vorschlag des Erfurter Oberbürgermeisters, Andreas Bausewein, in Erfurt ein sog. Experiment zu starten und für zwei Tage die Geschäfte in der Innenstadt zu öffnen, bewerten Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, sowie der wirtschaftspolitische Sprecher Olaf Müller als blanken Populismus.

„In Thüringen herrscht angesichts der bundesweit höchsten Infiziertenzahl noch immer eine angespannte Situation. In vielen Kommunen und Landkreisen sollen ab Montag wieder alle Schüler*innen zur Schule gehen dürfen, ohne dass dafür genügend Tests zur Verfügung stehen. Wir Grüne mahnen seit Monaten eine umfassende Teststrategie an, um vorsichtige und vor allem sichere Öffnungen zu ermöglichen. Doch dafür muss es eben auch genügend Testkapazitäten geben. Es ist völlig unklar, woher Oberbürgermeister Bausewein die Schnelltests für sein Shopping-Wochenende nehmen möchte und womit er sie bezahlt. So sehr der Wunsch nach offenen Geschäften verständlich ist, Verantwortung geht einfach anders. Außerdem sind Schnelltests kein Freibrief, um sorglos agieren zu können, Kontaktvermeidung ist weiter das A und O, das betonen Wissenschaftler*innen tagtäglich“, so die Fraktionsvorsitzende Astrid Rothe-Beinlich.

Der wirtschaftspolitische Sprecher Olaf Müller ergänzt: „Ein kalkulierbares Risiko, wie es Herr Bausewein nennt, besteht meines Erachtens nicht. Hier wird Russisches Roulette mit den Menschen gespielt, die sehnsüchtig auf Lockerungen warten und sich dann auf die Aussagen eines Bürgermeisters verlassen. Auch für den Handel ist es nicht gewinnbringend, Geschäfte für zwei Tage zu öffnen, um sie dann auf unbestimmte Zeit wieder zu schließen. Wenn im Umland die Geschäfte geschlossen bleiben, dann führt das zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft beim Einkaufen zwischen Erfurt und dem Rest in Thüringen. Mit Solidarität hat das nichts zu tun und führt nur zu mehr Unmut bei den Menschen im gesamten Freistaat.“

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