Bündnisgrüne plädieren für stärkere Aufarbeitung der Kolonialgeschichte

Hände

„Demokratie bedeutet für uns, sich auch mit der eigenen Geschichte kritisch auseinanderzusetzen“, erklärt Dirk Adams, Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Thüringen. „Ein dunkles Kapitel der Geschichte ist bei weitem noch nicht in erforderlichem Maße aufgearbeitet: Wir wollen auch in Thüringen den Blick für die europäische, insbesondere die deutsche Kolonialgeschichte schärfen.
 
Relikte aus der Kolonialgeschichte begegnen uns im Alltag: Unter anderem in Straßennamen, die einen verharmlosenden oder oft glorifizierenden Bezug zur Kolonialzeit herstellen, oder auch durch Exponate, die als Raubgüter aus den ehemaligen Kolonien überführt und noch heute in unseren Museen ausgestellt werden.   
 
Auf Bundesebene muss der Völkermord an den Herero und Nama im heutigen Namibia endlich auch als Völkermord anerkannt werden. Denn Unrecht muss auch als Unrecht benannt werden.
Viele Konflikte, Krisen und wirtschaftliche Abhängigkeiten der ehemaligen Kolonien haben ihre Wurzeln ebenfalls in der Kolonialzeit.
 
Das Unrecht der Kolonialzeit wirkt in unserer Gesellschaft in Form von Rassismus, Vorurteilen und der Ausgrenzung von schwarzen Menschen bis in die heutige Zeit.
 
Wir machen uns deshalb für eine umfangreiche Aufarbeitung auch in Thüringen stark, denn auch wir müssen uns dieser Verantwortung stellen.“