Jüdische Gemeinde

In den letzten Wochen fanden deutschlandweit zahlreiche mitunter antisemitische Demonstrationen und antisemitische Gewaltausbrüche, wie jüngst in Nordhausen, statt. Nachdem grüne Politiker*innen letzte Woche mit einer Offenen Antwort auf den Offenen Brief der Jüdischen Landesgemeinde reagierten, trafen sich nun Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Madeleine Henfling, innenpolitische Sprecherin der Fraktion und der Landessprecher Bernhard Stengele mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde, Prof. Dr.-Ing. habil. Reinhard Schramm und Rabbiner Alexander Nachama in der Erfurter Synagoge.

Astrid Rothe-Beinlich erklärt dazu: „Wir sprechen uns ganz deutlich gegen jeden Antisemitismus aus. Das Existenzrecht Israels darf nicht in Frage gestellt werden. Dass Juden in Deutschland mittlerweile wieder in Angst leben müssen, erschüttert uns zutiefst. Im gemeinsamen Gespräch mit den Vertretern der Jüdischen Landesgemeinde haben wir heute auch über die Bedeutung von politischer und religiöser Bildung diskutiert. Für uns ist besonders wichtig, dass jüdische Geschichte, gerade auch als Teil der deutschen Geschichte, essentieller Bestandteil sowohl des Schulunterrichts als auch von Integrationskursen sein muss.“

Die grüne Landtagsfraktion nimmt sich der Debatte, die in Thüringen über Antisemitismus und das Existenz- und Selbstverteidigungsrecht Israels an Fahrt aufgenommen hat, in ihrer Aktuellen Stunde im nächsten Plenum an.

„Der Thüringer Landtag muss sich klar und öffentlich an die Seite Israels und auch der hier lebenden Jüdinnen und Juden stellen. Die schreckliche Situation in Israel in den vergangenen Wochen bis zur Waffenruhe darf aber nicht dazu führen, Vorurteile gegen andere Minderheiten zu schüren und diese zu verleumden. Antisemitismus bekämpft man nicht mit Rassismus. Der Antisemitismus musste nicht nach Thüringen kommen - er hat leider eine lange und furchtbare Tradition auch in Thüringen. Unter anderem die Gedenkstätte Mittelbau-Dora bei Nordhausen steht dafür und mahnt uns deshalb bis heute“, so Madeleine Henfling abschließend.