Laura Wahl

Heute wurde im Plenum das Ausführungsgesetz zum Prostituiertenschutzgesetz debattiert. Thüringen ist das einzige Bundesland in Deutschland, in dem ein solches Gesetz noch nicht umgesetzt wurde. Laura Wahl, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag, bekräftigt die Bedeutung des Gesetzes:

„Es gilt, nun auch in Thüringen endlich das Prostituiertenschutzgesetz auf den Weg zu bringen. Es braucht eine Verankerung von ortsnaher sowie überregionaler Beratung für Menschen, die ihren Lebensunterhalt mit Prostitution und Sexarbeit in Thüringen verdienen. Mit der Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes wird sich die Situation der Sexarbeiter*innen durch eine gute Begleitung und Beratung verbessern. Das ist wichtig, denn viel zu lange hat die Politik diesen Bereich nicht beachtet – ob aus Scham oder Unwissenheit. Wir haben als Politik die Verantwortung, auch im Bereich der Sexarbeit für gute und faire Arbeitsbedingungen, für eine Einhaltung von Menschenrechtstandards und ein Ende der Stigmatisierung von Sexarbeiter*innen zu sorgen.“ 

„Thüringen ist leider nach wie vor das einzige Bundesland ohne eine Fachberatungsstelle für Sexarbeit und Prostitution. Als Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben wir uns deshalb in den letzten Haushaltsverhandlungen insbesondere dafür eingesetzt, dass Gelder für eine solche Beratungsstelle eingestellt werden. Wir sind froh, dass mit den 200.000 Euro hoffentlich bald eine Beratungsstelle ihre Arbeit aufnehmen kann und begrüßen, dass diese mit dem Gesetzentwurf nun auch langfristig verankert werden soll.“

 

 

Hintergrund:

Nach Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik galten im Freistaat Thüringen 364 Personen am 31.12.2020 nach dem Prostituiertenschutzgesetz als gültig angemeldet. Das waren im Vergleich zu 2019 5,2 Prozent weniger.

Die Zahl der bei deutschen Behörden registrierten Prostituierten ist im Corona-Jahr 2020 anderswo deutlicher gesunken. Ende vergangenen Jahres waren in der Bundesrepublik rund 24.900 Prostituierte nach dem Prostituiertenschutzgesetz gültig angemeldet gewesen, das sind rund 38 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit.

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