Wie viel Europa steckt eigentlich in Thüringen?

Madeleine Henfling auf Europatour beim Baumkronenpfad

Dazu besuchte sie verschiedene Institutionen und Projekte in Thüringen, die durch EU-Mittel gefördert worden sind sowie Einrichtungen, die sich mit dem Europagedanken beschäftigen und das europäische Miteinander stärken.

Madeleine Henfling mit Falko Stlop

Die Europatour begann am 27. Februar 2018 mit dem Besuch der Gemeinschaftsschule am Roten Berg Erfurt, die seit Mai 2017 den Titel Europaschule trägt. Schulleiter Falko Stolp informierte über seine Arbeit als Erasmusreferent, der Thüringer Schulen von den vielfältigen Möglichkeiten des EU-Projektes Erasmus+ und der Lern- und Kommunikationsplattform eTwinning begeistern sollen.

Danach ging es zur Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT). Die Stiftung ist eine der beiden Thüringer Partner*innen im Enterprise Europe Network, welches das weltweit größte Technologie-Service-Netzwerk, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), darstellt. Die STIFT informiert und berät über EU-Förderprogramme und vermittelt sowie begleitet grenzüberschreitend zwischen Netzwerkpartner*innen, um Geschäfts-, Technologie- und Forschungskooperationen auszubauen.

In Eisenach stellte uns Ingo Wachtmeister, Dezernent für Bildung, Jugend, Kultur und Soziales anschließend gemeinsam mit seinen Kolleg*innen das durch ESF-Mittel geförderte Projekt zur „Förderung der Kompetenz lokaler Akteur*innen in der Armutsprävention“ vor. Der in diesem Rahmen entstandene Sozialmonitor umfasst eine bedarfsgerechte Analyse der sozialen Verhältnisse vor Ort.

Madeleine Henfling in Eisenach-Stedtfeld

In Eisenach-Stedtfeld besuchten wir anschließend eines der größten Hochwasserschutzprojekte in Thüringen. Mit einem Fördervolumen von 60 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung konnten bisher ca. 1,2 km Deichanlagen zurückgebaut, rund 200 m Deich neu errichtet und ca. 300 m Deich ersatzneugebaut werden. Durch Aufweitung mit Kiesbänken sowie weiteren Strukturelementen wird wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere geschaffen. Gleichzeitig macht die Ufergestaltung mit flacheren Ufern und Zugängen die Hörsel für Menschen wieder neu erlebbar.

Am 28. März 2018 besuchten wir die Justizvollzugsanstalt (JVA) Tonna. Im Rahmen des ESF wird hier über das Bildungsprogramm B.I.S.S. (Berufsbildung und (Re-)Integration Strafgefangener und Strafentlassener) Inhaftierten eine Berufsausbildung ermöglicht. Insgesamt konnten zwischen 2008 und 2016 25 Prozent der Inhaftierten aus- oder weitergebildet werden.

Madeleine Henfling beim Baumkronenpfad

Anschließend ging es zum Baumkronenpfad und dem Parkzentrum des Nationalpark Hainich, welches mit Hilfe des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 2,1 Millionen Euro sehr erfolgreich gefördert worden ist: Die Ausstellung „Entdecke die Geheimisse des Hainich“, die „Wurzelhöhle“ und der Baumkronenpfad ziehen jährlich rund 200.000 Besucher*innen an.
Weiter ging es zu einem Stadtrundgang nach Mühlhausen. Viele historische Orte sind hier in der mittelalterlichen Stadt durch EU-Gelder gefördert worden. So beispielsweise die Marienkirche, in deren Restaurierung 2,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) flossen.

Das Thüringer Landesamt für Verbraucher*innenschutz (TLV) in Bad Langensalza stellte an diesem Tag den letzten Termin dar. Hier erhielten wir Informationen zum Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen sowie einen Überblick über die Überwachungs- und Kontrollaufgaben in den Bereichen Tierseuchen und Lebensmittelüberwachung. Thüringen stellte 2016 auf dem Informationsportal www.lebensmittelwarnung.de drei Meldungen über nicht sichere Lebensmittel ein und schloss sich in 85 Fällen Meldungen anderer Länder an, da die in diesen Meldungen genannten Lebensmittel auch in Thüringen in den Verkehr gebracht worden waren.

Madeleine Henfling beim Eine Welt e.V.

Am 1. März 2018 besuchten wir das Eine Welt Netzwerk Thüringen e. V. (EWNT), welches seit 2005 als Dachverband die Aufgaben eines entwicklungspolitischen Landesnetzwerkes übernimmt und damit über 40 Vereine, Institutionen und Einzelpersonen in ganz Thüringen vertritt. Neben Netzwerkarbeit engagiert sich der Verein mit Projekten u.a. zu globalem Lernen und Nachhaltigkeit.

Im Abschluss der Europatour resümiert die europapolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Landtagsfraktion Thüringen, Madeleine Henfling:

„Es war eine spannende und themenreiche „Europatour“ durch Thüringen, die konkret zeigt, dass viel mehr Europa in unserem Freistaat steckt als so oft vermutet. Denn viele Projekte konnten erst durch EU-Mittel wie beispielsweise aus dem Europäischen Fonds regionaler Entwicklung (EFRE), der EU-Förderung für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum (ELER) oder dem Europäischen Sozialfonds (ESF) umgesetzt werden.

Doch Europa in Thüringen zeigt sich nicht nur in Strukturfonds und den finanziellen Mitteln aus Brüssel, sondern gleichzeitig in Vereinen, Netzwerken, Institutionen und Projekten, die sich mit dem Europagedanken beschäftigen und dazu beitragen, die europäische Idee von Frieden, Demokratie und Solidarität umzusetzen und zu stärken – eine Aufgabe heute wichtiger denn je!“

 

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