Auswirkungen der Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar 2017 an Ilham Tohti

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Die Stadt Weimar vergibt seit dem Jahr 1995 einen Menschenrechtspreis, dieser wird alljährlich am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte verliehen.

Im Jahr 2017 wurde der Preis an den chinesisch-uigurischen Brückenbauer und renommierten Professor für Wirtschafts- und Sozialfragen an der Zentralen Nationalitäten-Universität Peking, Ilham Tohti, verliehen. Damit sollte sein ausschließlich friedliches Engagement als ethnischer Brückenbauer und unbequemer Mahner, der sich stets dafür aussprach, dass die Autonome Provinz Xinjiang fester Bestandteil der Volksrepublik China bleibt, gewürdigt werden. Im September 2014 wurde er vom Mittleren Volksgericht in Urumchi wegen Separatismus zu lebenslanger Haft verurteilt. Xinjiang ist ein von überwiegend Uiguren und Han besiedeltes Autonomes Gebiet im Westen der Volksrepublik China.

Laut Angabe der Stadt Weimar wurde Anfang Juli 2017 eine von der Stadt betriebene Internetseite* von unbekannter Seite gehackt, seitdem ist dieser Internetauftritt nicht mehr sichtbar. Weiterhin soll eine Mitarbeiterin der chinesischen Botschaft in Berlin telefonisch gegen die Vergabe des Preises an einen "chinesischen Kriminellen" protestiert haben. Auch auf diplomatischer Ebene soll Peking gegen die Preisvergabe protestiert haben, teilt die Stadt auf ihrer Internetseite mit.

Die Verleihung des Preises dürfte sich auch negativ auf langjährige Kooperationen der Hochschulen in Weimar im Rahmen internationaler Austauschprogramme mit China ausgewirkt haben.

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