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Die Waldorfschule Weimar steht seit einiger Zeit im Fokus der öffentlichen Berichterstattung. Anlass dafür sind bekannt gewordene Vorfälle aus den vergangenen Jahren, bei denen Lehrkräfte Übergriffe gegen Schüler*innen verübt haben sollen. In der Folge kam es auch im Trägerverein zu heftigen Auseinandersetzungen, die vor Gericht führten. Dazu erklärt Astrid Rothe-Beinlich, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Thüringer Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Wir sind in großer Sorge um die Situation an der Waldorfschule Weimar. Gewaltsame Übergriffe auf Schüler*innen darf es niemals geben. Die Vorwürfe müssen vollständig aufgeklärt werden. Zudem müssen daraus ernsthafte Konsequenzen gezogen werden, die sicherstellen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Hier erwarte ich, dass die Schule größtmögliche Transparenz und Kooperationsbereitschaft beweist. Schwierig ist, dass an der Schule offenbar immer noch ein Klima der Angst herrscht. Uns wurde berichtet, dass betroffenen Schüler*innen, die die Vorfälle öffentlich machen oder aufarbeiten wollten, der Schulvertrag gekündigt wurde. Kritische Mitglieder des Trägervereins, die sich intern für Aufklärung und Aufarbeitung stark machen, sollen aus dem Verein geworfen werden. Das darf so nicht weitergehen, wenn diese Schule eine Zukunft haben soll.“

Die grüne Bildungspolitikerin verweist weiter auf die Verantwortung des Thüringer Bildungsministeriums hier auch schulaufsichtlich und unterstützend beratend tätig zu werden. „Das Land finanziert die Waldorfschule Weimar schließlich anteilig. Die Schule muss dafür die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen. Für mich stellt sich jedoch immer mehr die Frage, ob diese Voraussetzungen angesichts des konflikthaften und wenig transparenten Agierens seitens des Trägervereins und angesichts der Vorwürfe, die im Raum stehen, tatsächlich gegeben sind“, betont Rothe-Beinlich.

„Entscheidend ist, dass die Konflikte offen ausgesprochen, aufgearbeitet und gelöst werden - am besten gemeinsam - und dass ein geordneter Schulbetrieb, ohne Angst und Restriktionen gegenüber Lehrkräften, Eltern und Schüler*innen, die Probleme und ihre Ursachen benennen, möglich ist. Wir werden jedenfalls mit dem Bildungsministerium darüber sprechen, was bereits getan wurde und welche Möglichkeiten es noch gibt, zu einer Lösung beizutragen“, so Rothe-Beinlich abschließend.