Schild, Trennung bis 1989

Der 3. Oktober 2021 ist zu Recht ein gesamtdeutscher Feiertag. Ohne die vielen mutigen Frauen und Männer, die während der friedlichen Revolution im Herbst `89 gegen das SED-Regime auf die Straße gegangen sind, aber auch ohne Gorbatschow und die Bewegung in West wie Ost hätte es diesen Tag nie gegeben. „In Thüringen erinnern auch heute noch Orte, Mahnmale und zum Glück auch viele Zeitzeug*innen an die vier Jahrzehnte dauernde Teilung. Das Grüne Band, das 2018 in Thüringen als Nationales Naturmonument vom Freistaat unter Schutz gestellt wurde, ist heute für uns Mahnmal und Lebensraum zugleich. Es steht eindrucksvoll für den Prozess der Vereinigung der beiden deutschen Staaten und ist zum Symbol für die Überwindung von Grenzen geworden. Vom einstigen Todesstreifen, der die deutsche Teilung manifestierte, ist das Grüne Band heute als Nationales Naturmonument Lebensader und Lebensraum verschiedenster Tier-, Insekten- und Pflanzenarten“, gibt Rothe-Beinlich zu bedenken. Außerdem finden sich am Grünen Band auch viele Grenzmuseen und historische Erinnerungsorte, die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar machen.

„Doch auch nach mehr als 30 Jahren ist der durchaus auch schmerzhafte Vereinigungsprozess noch nicht abgeschlossen. Noch immer fühlen sich viele Menschen in Ostdeutschland von der Politik aber auch an der Spitze der Gesellschaft nicht genug gesehen. Sie benötigen mehr Repräsentanz und echte Teilhabechancen und müssen sich auch in den Medien wiederfinden und zwar nicht nur als „Problemfall Ost“. Hinzu kommt, dass sich unser Land auch Dank Zuwanderung und Globalisierung insgesamt im Wandel befindet. Erst wenn wir diese wachsende Vielfalt auch als große Chance begreifen, die unterschiedlichen Geschichten und Sozialisationen anerkennen und versuchen einander zu verstehen, ohne uns nur gegenseitig zu belehren, wird es auch zu einer gefühlten Einheit der Menschen kommen können“, ist Rothe-Beinlich überzeugt.

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