Massentierhaltung belastet die Umwelt. Der mit der Massentierhaltung einhergehende Einsatz von Antibiotika betrifft nicht nur Tier und Mensch; vielmehr verbreiten sich die Antibiotikarückstände in Wasser und Erdreich, wo sie das sensible Bodenleben schädigen.

Massentierhaltung hat die klare Tendenz, mit der Anwendung von Gentechnik einherzugehen, sei es in der Zucht oder in der Futtermittelproduktion. Da die Risiken der Gentechnik nicht einschätzbar sind, bleibt das Verbot von Gentechnik eine grundsätzliche Forderung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Dasselbe Rationalisierungs- und Effektivierungsdiktat, das die Massentierhaltung hervorgebracht hat, bedroht den Regenwald, weil hier die Futtermittel für die Agrarindustrie angebaut werden. Demgegenüber fordern wir eine Landwirtschaftspolitik, die sich die Verwendung einheimischer Futtermittel zum Ziel setzt. So kann nicht nur der Regenwaldabholzung entgegengewirkt werden. Insbesondere wenn Leguminosen in der einheimischen Futtermittelproduktion eingesetzt werden, verbessern sich durch die Stickstoffbindung dieser Pflanzen auch die Bodenzusammensetzung und der Humusgehalt. Schließlich reduziert eine einheimische Futtermittelgewinnung die CO2-Emmissionen, die durch den globalen und internationalen Transport hervorgerufen werden.

Eine Umstrukturierung in der landwirtschaftlichen Tierhaltung weg von der Massentierhaltung hin zu bäuerlichen Betriebsstrukturen hätte noch andere positive Nebeneffekte für die Umwelt. So gäbe es mehr Hecken und Sträucher in der Kulturlandschaft, was dem durch die Großflächenlandwirtschaft hervorgerufenen Artensterben entgegenwirken würde. Auch würde sich die Emissionsbelastung verringern, die durch die höhere Tiertransportdauer in der Massentierhaltung oder die Verkehrsbelastung in Nähe von Großanlagen durch Futter-, Tier- und Gülletransporte hervorgerufen wird.

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