Uns Verbrauchern wird eine Fülle von Produkten angeboten, welche mit einer Vielzahl verschiedenster Bio- und Öko- Siegel versehen sind. Jedoch wird oft nicht auf den ersten Blick erkenntlich, für welche Standards und Richtlinien die einzelnen Labels stehen und was dies genau für die Tierhaltung bedeutet. Zur besseren Orientierung im Siegeldschungel geben wir Ihnen im Folgenden eine Übersicht über die wichtigsten Gütesiegel für Fleisch.

Das Deutsche Bio- Siegel und das EU- Bio-Siegel

                                 

Diese beiden Siegel sind die staatlichen Bio-Siegel der EU. Sie garantieren das Einhalten bestimmter Bio-Mindeststandards, auch bei der Tierhaltung. So ist das routinemäßige Entfernen von Tierschwänzen und Hörnern verboten und nur im Einzelfall erlaubt. Zu mindestens 90% wird Bio-Futter garantiert. Jedoch sind Transportzeiten und –strecken in den Richtlinien dieser Siegel nicht genau geregelt.

Weitere Informationen zu dem EU-Bio-Siegel und dem Deutschen Bio-Siegel finden Sie unter:

http://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Nachhaltige-Landnutzung/Oekolandbau/_Texte/Bio-Siegel.html

 

Die Bio-Anbauverbände (stehen exemplarisch für viele Weitere)

Generell beachten die unterschiedlichen Bio-Anbauverbände strengere Richtlinien bezüglich der artgerechten Tierhaltung als es sowohl das Deutsche als auch das EU-Bio-Siegel vorschreiben. So setzen alle Bio-Anbauverbände im Allgemeinen die Verwendung von 100% Bio-Futter und Demeter im Speziellen Naturheilverfahren bei Erkrankungen der Tiere voraus. Desweiteren schreiben die Verbände vor, dass die Transporte der Tiere zum Schlachthof nicht länger als vier Stunden und 200 Kilometer sein dürfen. Der vorgeschriebene Platz für die Tiere überschreitet ebenfalls den staatlichen Mindeststandard. Jedoch ist auch bei den Bio-Anbauverbänden das Töten der Bruderküken nicht untersagt. Demeter und Bioland schreiben in ihren Richtlinien vor, dass Ferkel vor der Kastration betäubt werden müssen. Die anderen Verbände empfehlen dies nur. Eine weitere Regel bei Demeter ist das Verbot der Entfernung von Kuhhörnern.

Weitere Informationen zu dem Bio-Anbauverbänden finden Sie unter:

http://biodukte.de/biosiegel

 

Neuland

 

Das Qualitätsfleisch-Programm Neuland hat sich im Vergleich mit anderen Bio-Herstellern die strengsten Auflagen erlegt und vertritt die artgerechte Haltung am konsequentesten. Die Regeln betreffen unter anderen den ganzjährigen Auslauf im Freien, absolute Strohlagerung und Tageslicht im Stall. Bezüglich der Anzahl der zu haltenden Tiere wurden Obergrenzen festgelegt. Schweine werden in Gruppen gehalten und das Entfernen der Ringelschwänze ist verboten. Wie auch bei den Bio-Anbauverbänden ist das Kastrieren der männlichen Ferkel ohne vorhergehende Betäubung nicht erlaubt. Die Hörner der Kühe dürfen ebenfalls nicht entfernt werden. Sitzstangen für die Legehennen gelten bei Neuland als Voraussetzung. Die Vergabe von Antibiotika ist strengstens geregelt, so dass nur kranke Tiere und nur im Einzelfall Antibiotika verabreicht bekommen. Die Schlachtung im Akkord ist untersagt. Bei den Transportzeiten und -Entfernungen gelten dieselben Regeln wie bei den Bio-Anbauverbänden. Bezüglich des Futters der Tiere ist zu erwähnen, dass dies nicht biologisch sonder konventionell hergestellt wird, wobei auf Soja aus Übersee und auf genetisch veränderte Pflanzen verzichtet wird.

Weitere Informationen zu Neuland finden Sie unter:

http://www.neuland-fleisch.de/

 

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Vielen Dank an die Heinrich Böll Stiftung sowie dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, deren Material wir hier zum Teil als Vorlage verwendet haben.