Über 830 Millionen Tiere werden in der deutschen Landwirtschaft jedes Jahr in Massentierhaltung gehalten – manche zur Zucht, viele zur Eier-, Milch- und Fleischproduktion. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass, je nach Art, Tausende bis Zehntausende Tiere auf einem Gelände gehalten werden. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nahm die Zahl der auf diese Weise operierenden Betriebe rasant zu, sodass heute ein Großteil unserer Tierprodukte aus der Massentierhaltung stammt. Traditionelle Landwirte gerieten hingegen in immer stärkeren Konkurrenzdruck, dem sie oft nicht standhalten konnten und können. Das Höfesterben ist nach wie vor ein großes Problem.

Die Gründe für den Erfolg der Massentierhaltung sind rein ökonomisch. Im Zuge der Industrialisierung wurden Technologien entwickelt, die es erlauben, mit wenigen Beschäftigten auf kleinem Raum eine hohe Zahl an Tieren zu halten. Diese Tiere werden zudem gezielt so gezüchtet, dass der von ihnen erwartete Nutzen möglichst hoch ausfällt – etwa Schweine, die besonders schnell besonders viel Gewicht zulegen können oder Kühe mit einer stark erhöhten Milchproduktion. Die Kosten werden für die Erzeuger somit auf einem Minimum gehalten, die Menge der tierischen Güter ist dagegen so hoch wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Für die Verbraucher scheint die Massentierhaltung somit zunächst eindeutige Vorteile zu bieten, da sie ihre Ernährung unabhängiger von wirtschaftlichen Zwängen gestalten können und mehr Geld zur Verfügung haben, das nicht für Nahrungsmittel ausgegeben werden muss. Statt dem früher üblichen sprichwörtlichen Sonntagsbraten kommt bei vielen heute täglich Fleisch und Wurst auf den Tisch. Dies ist jedoch nur eine Seite der Medaille, denn aus der Massentierhaltung ergeben sich vielfältige Probleme, deren Tragweite immer größeren Teilen der Gesellschaft auch bewusst wird. Sie beziehen sich auf das Tierwohl, die Umwelt, aber auch unsere eigene Gesundheit. Mehr dazu und welche Lösungen wir von der grünen Landtagsfraktion Thüringen anstreben, finden Sie unter „Was wir wollen“.

Links erwarten Sie weitere Fakten und Informationen zur Gesetzeslage (Wie lange darf eine Sau im Kastenstand gehalten werden? Wie viel Platz steht einer Legehenne zu?) sowie die von uns als Alternative zur Massentierhaltung begrüßten Vorgaben der ökologischen Anbauverbände. Wer noch mehr erfahren möchte, findet außerdem eine Darstellung der rechtlichen Quellen und weiterführende Links.